Warum wir Zölle auf Metall erheben

US-Präsident Donald Trump setzt am 8. März im Oval Office seine Unterschrift unter die Proklamationen über Stahl- und Aluminiumimporte. (Foto: Weißes Haus)

Nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, Stahl- und Aluminiumimporte mit Zöllen zu belegen, verteidigt US-Wirtschaftsminister Wilbur Ross in diesem Namensartikel vom 8. März 2018 die Zölle mit dem Argument, unfaire Handelspraktiken beeinträchtigten die nationale Sicherheit und schadeten der Volkswirtschaft der Vereinigten Staaten. Der Artikel erschien zunächst in der Online-Ausgabe der Zeitung The Wall Street Journal und am 9. März in der Druckausgabe.

Am Donnerstag kündigte Präsident Trump die Erhebung von Zöllen in Höhe von 25 Prozent auf Stahl- und 10 Prozent auf Aluminiumimporte an. Für Kanada und Mexiko gelten Ausnahmeregelungen. Der Präsident hat gehandelt, weil Stahl- und Aluminiumimporte dazu beigetragen haben, die heimische Industrie derartig zu schädigen, dass die nationale Sicherheit bedroht ist. Unlautere Handelspraktiken durch Länder wie China haben zu Verzerrungen auf den weltweiten Stahl- und Aluminiummärkten geführt. Es ist an der Zeit, diese Benachteiligung zu beenden.

Seit 1998 mussten zahllose Stahlwerke und Aluminiumhütten schließen. Allein in der Stahlindustrie gingen über 75.000 Arbeitsplätze verloren. Heute existiert in den Vereinigten Staaten nur noch ein Stahlwerk, das die modernen Legierungen herstellen kann, die zur Panzerung von Fahrzeugen eingesetzt werden, und eines, das die Materialien für Infrastruktur wie elektrische Transformatoren herstellen kann. Außerdem gibt es nur eine Aluminiumhütte, die das hochwertige Aluminium produzieren kann, das auf dem Gebiet der Luftfahrt für verteidigungspolitische Anwendungen benötigt wird.

Diese Zölle zielen darauf ab, diesen Missstand zu beseitigen. Unternehmen, die Stahl und Aluminium herstellen, berichten, dass sie aufgrund dieser Zölle Werke wiedereröffnen, ihre Unternehmen ausbauen, neue Arbeiter einstellen und wichtige Fähigkeiten der Stahl- und Aluminiumproduktion erhalten können.

Es ist richtig, dass höhere Kosten für Stahl und Aluminium zu einem Preisanstieg für US-Verbraucherinnen und Verbraucher führen können. Aber für den Einzelnen und für Familien sollte dieser eher gering ausfallen. Schätzungen des US-Wirtschaftsministeriums zufolge könnten die monatlichen Kosten für ein Standardauto aufgrund der Zölle um vier US-Dollar steigen. Ist das ein angemessener Preis für den Schutz unserer nationalen Sicherheit? Wir meinen schon.

Wird das zu einem Handelskrieg führen? Das sollte es nicht. Die Vereinigten Staaten sind nicht das einzige Land, das sich besorgt über die Art unlauterer Handelspraktiken geäußert hat, die in der Stahl- und Aluminiumindustrie vorherrschen. Länder wie China unterstützen ihre Firmen massiv durch Subventionen, und das schadet den Märkten weltweit.

Die Vereinigten Staaten haben versucht, diese Probleme zusammen mit anderen anzugehen. Leider haben Mechanismen wie das Global Steel Forum ihre Ziele kläglich verfehlt, da andere Länder sich nicht einmal an die grundlegendsten Verpflichtungen zu Transparenz halten.

Der Präsident wird nicht tatenlos zusehen, wie unlautere Handelspraktiken der Stahl- und Aluminiumindustrie in den Vereinigten Staaten schaden und die nationale Sicherheit bedrohen. Andere Länder verstehen das.

Eine weitere Eskalation in dieser Angelegenheit wäre kontraproduktiv. Die Länder sollten vielmehr Verantwortung für ihr unfaires Verhalten übernehmen und zusammenarbeiten, um die grundlegenden Probleme in diesen Industriezweigen anzugehen. Die Vereinigten Staaten sind willens und bereit, sich an derartigen Bestrebungen zu beteiligen.

Der Präsident hat die Befugnis, basierend auf den Umständen und sicherheitspolitischen Erwägungen, jederzeit Länder von diesen Zöllen zu befreien oder Anpassungen vorzunehmen. Aus diesem Grund gelten Ausnahmeregelungen für Kanada und Mexiko. Wir gehen davon aus, dass weitere Verhandlungen mehr Nutzen für die nationale Sicherheit bringen als Zölle.

In der Zwischenzeit werden wir nicht zögern, uns weiter für amerikanische Familien, Unternehmen und Arbeiter einzusetzen.

Originaltext: Why We Imposed the Metal Tariffs