Weltweites Gedenken an den Holocaust

Am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust vor dem Holocaust Memorial Museum in Washington zündet ein Mann eine Gedenkkerze an. (Foto: Saul Loeb/AFP/Getty Images)

Anlässlich des Internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Holocaust erschien dieser Beitrag von Mark Trainer am 23. Januar 2020 auf ShareAmerica, einer Website des US-Außenministeriums.

In den Vereinigten Staaten und vielen anderen Ländern führen uns Gedenkstätten immer wieder die Schrecken des Holocaust und die Bedeutung der Auseinandersetzung mit den Übeln vor Augen, die ihn verursacht haben. Die Vereinten Nationen haben den 27. Januar – den Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau – zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust erklärt.

„Dies ist mein Versprechen an Sie“, so Präsident Trump 2017 im Holocaust Memorial Museum: „Wir werden uns dem Antisemitismus entgegenstellen. Wir werden Vorurteile ausmerzen. Wir werden den Hass verurteilen. Wir werden Zeugnis ablegen. Und wir werden handeln.“

Die acht Gedenkstätten in diesem Artikel machen nur einen kleinen Teil der Statuen, Museen, Gärten und anderen Orte der Erinnerung überall auf der Welt aus, mit denen der sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust sowie der Millionen anderen Opfer des Nationalsozialismus gedacht wird.

 

Jerusalem

(Foto: Ulrich Baumgarten über Getty Images)

Die Halle der Namen in Yad Vashem in Jerusalem erinnert an das Leben aller Jüdinnen und Juden, die im Holocaust starben. Die auf dem Foto abgebildete Decke der Halle ist eine zehn Meter hohe Kuppel, die sich dem Himmel entgegenstreckt. Sie zeigt auf 600 Fotos einen Bruchteil der jüdischen Frauen, Männer und Kinder, die während des Holocaust ermordet wurden.

 

Berlin

(Foto: Thomas Trutschel/Photothek über Getty Images)

Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin besteht aus 2.711 Betonstelen – seit der Antike werden Stelen zum Gedenken an die Toten eingesetzt –, die auf einer gewellten Grundfläche in parallelen Reihen angeordnet sind. Das Denkmal wurde von Architekt Peter Eisenman entworfen. Es erstreckt sich über eine Fläche von 19.000 m² und steht südlich des Brandenburger Tors, wo früher die Berliner Mauer stand.

 

New Orleans

(Foto: Alamy)

Der israelische Künstler Yaacov Agam entwarf das Holocaust-Mahnmal im Wolden Park in New Orleans, das sich am Ufer des Mississippi in Louisiana befindet. Seine neun Panele zeigen – je nachdem, wo der Beobachter steht –, unterschiedliche Bilder, angefangen mit dem Davidstern, dann Dunkelheit und Chaos, anschließend Glaube, Hoffnung und Erneuerung.

 

Wien

(Foto: Dieter Nagl/AFP/Getty Images)

Das Holocaust-Mahnmal der Stadt Wien befindet sich auf dem Judenplatz, dem Zentrum jüdischen Lebens im Mittelalter und dem historischen Standort der Synagoge. Das Mahnmal aus Stahl und Beton, bekannt als namenlose Bibliothek, besteht aus Bücherregalen, wobei die Buchrücken nach innen zeigen und für das unvollendete Leben der Opfer des Holocaust stehen.

 

Budapest

(Foto: Attila Kisbenedek/AFP/Getty Images)

Nicht weit vom ungarischen Parlament in Budapest entfernt, symbolisieren die Schuhe am Donauufer die Zehntausenden Jüdinnen und Juden, die zwischen 1944 und 1945 von den faschistischen Pfeilkreuzler-Milizen in Ungarn ermordet wurden. Die Opfer wurden gezwungen, ihre Schuhe auszuziehen, bevor sie erschossen wurden und in den Fluss fielen. Die aus Metall geformten Schuhe von Frauen, Männern und Kindern wurden als ständige Erinnerung auf der Uferpromenade angebracht.

 

Miami Beach

(Foto: Alamy)

Ein haushoher, gen Himmel gestreckter Arm ist das Kernstück des Holocaust-Mahnmals in Miami Beach (Florida). Auf dem Arm ist eine Nummer aus dem Konzentrationslager Auschwitz eintätowiert und an ihm klammern sich hunderte kleine Figuren fest. „Das Ausmaß der Tragödie ist grenzenlos“, sagte sein Bildhauer, Kenneth Treister. „Dies künstlerisch zum Ausdruck zu bringen ist unmöglich, … aber ich musste es versuchen.“

 

Paris

(Foto: Alamy)

Das Denkmal für die Märtyrer der Deportation in Paris erinnert an die 200.000 Jüdinnen und Juden, Homosexuellen, Roma und politische Gegner der Nationalsozialisten, die während des Zweiten Weltkriegs von Frankreich aus deportiert und in Konzentrationslager gebracht wurden. Hinter dem Grab eines unbekannten Opfers befindet sich ein Flur mit 200.000 Glasstäben zu Ehren der Toten.

 

Minsk

(Foto: Linda D. Epstein/MCT via Getty Images)

Die Grube, ein Mahnmal für die Opfer des Holocaust in Weißrussland, wurde dort errichtet, wo die Nationalsozialisten 5.000 Gefangene aus dem nahegelegenen Ghetto Minsk ermordet hatten. Die Bronze-Skulptur, „Der letzte Weg“ porträtiert Gefangene, die gezwungen wurden, in den Tod hinabzusteigen.

Dieser Artikel erschien erstmals am 25. Januar 2018.

Originaltext: The Holocaust memorialized throughout the world