Ein neuer Wildpark entsteht in der Prärie

Neue Wildparks entstehen in der Prärie.

Der Monat September ist National Wilderness Month. Neue Geschäftsmodelle wie das des American-Prairie-Reserve-Nationalparks helfen dabei, den ungeheuren Reichtum von Flora und Fauna der Vereinigten Staaten zu schützen und zu erhalten. Dieser Text von Michael Buchanan erschien ursprünglich ShareAmerica, einer Website des US-Außenministeriums.

Ein Park in Montana verfolgt einen revolutionären, unternehmerischen Ansatz, um eine der letzten Graslandschaften der Erde zu schützen.

Herde von Gabelantilopen in der Prärie. (Foto: Dennis Lingohr/APR)
Herde von Gabelantilopen. (Foto: Dennis Lingohr/APR)

Der American-Prairie-Reserve-Nationalpark ist eine öffentlich-private Partnerschaft, die Bisons, Antilopen, Bären, Elche und andere typisch nordamerikanische Wildtiere wieder in der Prärie von Montana ansiedelt.

Das Konsortium kauft private Farmen von Verkaufswilligen und ist auch von privaten Spenden abhängig. Der Nationalpark möchte Flecken von Grasland zu einer großen Fläche verbinden, die Besucher und Wildtiere frei erkunden können.

Durch die Zusammenlegung von öffentlichem und privatem Land hofft die American Prairie Reserve, 50 Prozent größer als der Yellowstone Nationalpark zu werden – der erste Nationalpark der Vereinigten Staaten und bis heute einer der größten.

Der American-Prairie-Reserve-Nationalpark unterscheidet sich von anderen Parks in den Vereinigten Staaten dadurch, dass er nicht nur durch den Bund und den Bundesstaat Montana finanziert wird. Im Unterschied zu anderen ist er eine Mischform, in der öffentliches Land und private Ressourcen in einem „unternehmerischen Ansatz“ zusammengeführt werden, um das Land zu sichern und den Park zu vervollkommnen.

Kanus am Flussufer. (Foto: Dennis Lingohr/APR)
Kanus am Missouri River (Foto: Dennis Lingohr/APR)

Land, Wildtiere und Menschen

Der Nationalpark selbst arbeitet gemeinnützig, während Wild Sky, der Rinderzuchtbetrieb, den der Nationalpark am Rand des Parks betreibt, gewinnorientiert arbeitet.

Die Rancher von Wild Sky sind bereit, ihren Betrieb an manchen Stellen anzupassen – sie schützen beispielsweise Präriehunde und stellen wildtierfreundliche Zäune auf. Der Gewinn aus dem Rindfleischverkauf wird zwischen Ranchern und Nationalpark geteilt.

Der ehemalige US-Senator Alan K. Simpson, ein Republikaner, der den Bundesstaat Wyoming 18 Jahre lang vertrat, sagte im Anfang 2017: „Die Erhaltung der Prärie ist mehr als nur der Schutz eines gefährdeten Ökosystems; es geht darum, eine Lebensweise zu schützen, die zu verschwinden droht.“

Beifußhuhn, Schmetterling, Bison (Foto: APR)
Braun-weißer Vogel auf dem Boden; orange-schwarzer Schmetterling auf einer Pflanze; Bison schaut in die Kamera (Foto: APR)

 

In der Vergangenheit wollten die Landwirte keine Raubtiere in der Nähe ihrer Nutztiere haben, aber Pumas, Bären und andere Raubtiere sind Zeichen für ein gesundes Ökosystem. Damit sich die Wildtiere im Park gut entwickeln können und um gleichzeitig die Rancher in der Umgebung zu unterstützen, finanziert der Nationalpark die Installation von Kameras auf deren Land, mit denen die Tiere fotografiert werden. So kommen die Park-Ranger an Bilddaten und das Interesse der Rancher und Landwirte wächst, ihr Grasland für Wildtiere zugänglich zu machen.

Das Vergütungssystem orientiert sich an ähnlichen Programmen, etwa zum Schutz von Schneeleoparden in Nepal und Geparde in Namibia.

David Crasco, in fünfter Generation Rancher und Angehöriger des amerikanischen Indianerstammes der Assiniboine, sagt, er ist stolz darauf, dass Pumas und Bären sich auf seiner Ranch zu Hause fühlen. „Mein Volk hatte immer eine besondere Beziehung zu seinem Land“, sagte er. „Es fühlt sich einfach richtig an.“

Der Park hofft, dass seine Arbeit letztlich das gesamte Ökosystem der Prärie wiederherstellen kann, zu dem auch Wölfe, Dickhornschafe, Schlangen und Swiftfüchse gehören.

Amerikanische Safari im Kestrel Camp (Gib Myers/APR)
Luftaufnahme einer Zeltgruppe in der offenen Prärie bei Sonnenuntergang (Foto: Gib Myers/APR)

Hilary Parker von der American Prairie Reserve sagt, dass man an manchen Stellen auf hundert Meilen kein einziges Haus sehen könne. Die unberührte Schönheit der Wildnis zieht Wanderer, Camper und Jäger an.

Die Weite von Montana war der Auslöser dafür, dass Alison Fox, Präsidentin des Parks, sich in die Prärie verliebte. „Die Vielschichtigkeit der Landschaft, die sich im Laufe der Zeit offenbart, ist eine ständige Quelle der Inspriation“, sagt sie.

Originaltext: A new kind of park emerges on the prairie