WiSci-Partner als Vorbilder und Wegbereiter

WiSci-Teilnehmerinnen sehen zu, wie ein Trainer der American Society on Microbiology ein Experiment vorbereitet.

Der Sondergesandte für globale Partnerschaften im US-Außenministerium, Thomas Debass, beschreibt in diesem ShareAmerica-Artikel vom 28. August 2017, der auch auf Medium.com erschien, die erfolgreiche Zusammenarbeit des US-Außenministeriums mit den Vereinten Nationen und verschiedenen Konzernen weltweit beim WiSci-Camp für Frauen in der Wissenschaft, das im Sommer in Malawi stattfand (Women in Science – WiSci). Aus Deutschland war die Merck KGaA beteiligt.

Nach zweieinhalb eindrucksvollen Wochen geht das dritte WiSci-MINT-Camp – geleitet vom US-Außenministerium in Zusammenarbeit mit der Girl-Up-Kampagne der Stiftung der Vereinten Nationen, der Intel Corporation, Google, der Merck KGaA aus Darmstadt, der American Society for Microbiology (ASM), NASA und World Learning – offiziell in die Geschichtsbücher ein. Das US-Außenministerium ist stolz darauf, zu den Gründern dieses großartigen Programms zu gehören, das die Fähigkeiten von Mädchen in Naturwissenschaften, Technologie, Ingenieurwissenschaften, Mathematik, Kunst und Design verbessert und gleichzeitig ihr Führungspotenzial fördert. Als ich in Malawi ankam, um am diesjährigen Camp teilzunehmen, wurden mir wieder einmal die gemeinsamen Anstrengungen der Partner vor Ort vor Augen geführt. WiSci ist ein außergewöhnliches Beispiel für eine funktionierende Partnerschaft und für die Leistungen brillanter junger Menschen, die gemeinsam auf die gleiche Art und Weise Lösungen für globale Probleme finden, wie auch wir es in der internationalen Diplomatie Tag für Tag tun.

Frauen bei einer Podiumsdiskussion
Teil der Eröffnungszeremonie war eine WiSci-Podiumsdiskussion mit Expertinnen aus Malawi, die von Faith Chitawo von der US-Botschaft in Lilongwe moderiert wurde.

Ohne das großzügige Engagement der WiSci-Partner könnten die Teilnehmerinnen ihre Intelligenz, ihren Mut und ihre Ausdauer hier nicht unter Beweis stellen.  Jeder, der auch nur einen Tag bei WiSci verbracht hat, wird feststellen, wie viel unsere Partner den Mädchen durch ihren Unterricht und als Mentoren mit auf den Weg geben. Dieses Jahr konnten wir eine besonders vielfältige Gruppe von Organisationen für WiSci gewinnen, so dass die Mädchen die breit gefächerten beruflichen Möglichkeiten im Bereich der MINT-Fachgebiete kennenlernen konnten. Jeder Partner leistete seinen eigenen, unverzichtbaren Beitrag zum Camp, wodurch der Wert von Partnerschaft noch einmal betont wurde. Die ASM und die NASA entwickelten durchdachte Unterrichtspläne mit Bezug zum täglichen Leben der Mädchen. Mithilfe der ASM beispielsweise verwandelten die Mädchen ihre Smartphones in Mikroskope, um Bakterien auf Ackerpflanzen zu identifizieren. Die NASA demonstrierte die Bedeutung von Satellitenbildern für Kartierungsvorhaben und zeigte, dass die Erstellung von Karten eine Schlüsselrolle bei der Erarbeitung von Sicherheitsrichtlinien für große und kleine Städte spielen kann.

Ich möchte auch nicht versäumen, den Menschen in Malawi zu danken, die dem Ruf ihres Landes als das „warme Herz Afrikas“ alle Ehre gemacht haben. Nicht nur fuhr der WiSci Welcome Wagon mit distinguierten Gästen vor – darunter die First Lady der Republik Malawi, Gertrude Mutharika –, auch die vielen Organisationen mit Sitz in Malawi brachten ihre Unterstützung für die Förderung von Frauen in MINT-Bereichen zum Ausdruck. PressCane Ltd. aus Malawi zeigte den Mädchen beispielsweise, wie das Unternehmen Biologie, Chemie und Ingenieurwissenschaften nutzt, um aus Zuckerrohr Ethanol herzustellen. Außerdem erläuterten Vertreterinnen und Vertreter von Malawi Airlines, Malawi Shipping Co. und dem Chancellor College der Universität Malawi anhand ihrer persönlichen Geschichten, wie sie Schwierigkeiten bewältigt haben, um ihre Träume zu verwirklichen. Sie zeigten viele Möglichkeiten auf, aus Problemen zu lernen und sie in Stärken zu verwandeln.  Die Teilnehmerinnen verbrachten außerdem einen Tag im Green Malata Entrepreneurial Village und erfuhren etwas über Nachhaltigkeit, erneuerbare Energien sowie berufliche Bildung für Frauen und verwaiste Jugendliche in Malawi. Ich danke auch Leland Melvin, der uns erzählte, wie er seinen Traum, Astronaut bei der NASA zu werden, verwirklicht hat. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie in einigen Jahren einem unserer WiSci-Alumni auf dem Weg ins All begegnen.

Gruppenbild mit der First Lady Malawis
WiSci-Teilnehmerinnen bei der Abschlusszeremonie mit der First Lady von Malawi und geladenen Gästen.

Wie sich die Unterstützung durch die Partner auswirkt, zeigte sich am eindrucksvollsten bei den Gruppenprojekten zum Abschluss des Camps, die ich als eines von fünf Jurymitgliedern mitbewerten durfte. Die Mädchen sollten bei diesen Projekten zusammenarbeiten, um Technologie zur Entwicklung von Lösungsvorschlägen für mehr Sicherheit in der Gesellschaft zu nutzen. Sie setzten sich unter anderem mit Hungersnötem auf der Welt, geschlechtsspezifischer Gewalt und zahllosen anderen Problemen auseinander. Während des Unterrichts zeigte Intel, einer der Gründungspartner von WiSci, den Mädchen, wie man mit Computern Roboter programmiert. Eine ehrgeizige Gruppe von Schülerinnen nutzte dieses Wissen und entwickelte eine Lösung für Arzneimittellieferungen in abgelegene Gebiete, bei denen Drohnen eingesetzt wurden. Die Drohnen waren mit dem Arduino-System programmiert worden, das Intel den Mädchen erklärt hatte. Auch von Google lernten die Teilnehmerinnen Neues, unter anderem, wie man mit dem MIT App Inventor Apps entwickelt. So ergab sich ein Abschlussprojekt, in dem erklärt wurde, wie Landwirte schneller und effektiver die Marktpreise für ihre Erzeugnisse abrufen können.

Jedes Jahr kommen aufs Neue motivierte junge Frauen zu uns, die den Weg in die Zukunft ebnen. Wie die Abschlussprojekte der Gruppen zeigen, gehören die Camp-Teilnehmerinnen dieses Jahres jetzt zur Gruppe der WiSci-Alumni, die die kommende Generation junger Frauen mit ihrem Erfindergeist und ihrem Selbstverständnis als treibende Kräfte des Wandels repräsentieren.

Mädchen beim Wandern
Wanderausflug der WiSci-Gruppe zum Mulanje-Massiv.

Ohne unsere WiSci-Partner, die nicht nur aufgrund ihres technologischen Fachwissens eine so wertvolle Komponente des Camps waren, hätten wir die Mädchen nicht dabei unterstützen können, zu solchen Vorreiterinnen zu werden.  Die Begeisterung und der Elan der Partner, die ihr Wissen im Unterricht vermittelten, die Freude, mit der sie in den „Kulturnächten“ die Herkunftsländer der Teilnehmerinnen feierten sowie ihr Auftreten als Führungspersönlichkeiten und Mentoren prägten das gesamten Camp. Besonders im Gedächtnis bleibt ein unbezahlbarer Augenblick während der Wanderung zum Mulanje, einem der höchsten Berge in Afrika. Die Teilnehmerinnen und Partner machten an einem spektakulären Wasserfall Rast zum Mittagessen. Während viele der Mädchen die wunderschöne Landschaft auf sich wirken ließen, wagte sich eine der Partnerinnen ins Wasser, was sich viele bis dahin nicht getraut hatten. Es dauerte nicht lange, da folgten ihr die Teilnehmerinnen. Dieser Augenblick ist ein perfektes Symbol für das, worum es bei WiSci geht. Die Mädchen sehen zu den Partnern als Vorbilder und Wegbereiter auf. Wenn diese Mentoren den Sprung in die MINT-Gebiete wagen und erfolgreich sind, ist diese nächste Generation von Wissenschaftlerinnen, Ingenieurinnen, Astronautinnen, Ärztinnen und Führungskräften bereit, ihnen zu folgen.

Bassin am Fuße des Wasserfalls
Die Mädchen machen zum Mittagessen am Fuß eines Wasserfalls am Mulanje-Massiv Rast.

 

 

 

 

 

 

 

 

Originaltext: WiSci Partners Coding the Trail