Zum Gedenken an George H. W. Bush, den 41. US-Präsidenten

George H. W. Bush, US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, hört auf der Vollversammlung der Vereinten Nationen 1971 in New York einem Redner zu. (Foto: Getty Images)

Am 30. November 2018 verstarb George H. W. Bush, der 41. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, im Alter von 94 Jahren. Aus diesem Anlass erschien am 1. Dezember 2018 der Beitrag von Lauren Monsen auf ShareAmerica, einer offiziellen Website des US-Außenministeriums.

George Herbert Walker Bush, der 41. Präsident der Vereinigten Staaten, starb am 30. November im Alter von 94 Jahren.

Er war der älteste noch lebende Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten und ein Staatsmann, dessen Dienst am Land sein gesamtes Erwachsenenleben umspannte. Bevor er Präsident wurde, war er unter anderem Marinepilot, Leiter der CIA und Vizepräsident der Vereinigten Staaten.

Als Präsident (1989 bis 1993) trat Bush für Freiheit und freie Märkte ein. Der Westen ging als Sieger aus dem Kalten Krieg hervor, und die Berliner Mauer wurde niedergerissen, was zur Wiedervereinigung Deutschlands führte. Bush unterzeichnete auch zwei Verträge, um die Bedrohung durch einen Atomkrieg maßgeblich zu verringern.

George H. W. Bush mit erhobener Hand, neben ihm Barbara Bush (Foto: Wally McNamee/CORBIS/Corbis via Getty Images)
George H. W. Bush legt am 20. Januar 1989 den Amtseid als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ab, seine Frau Barbara steht neben ihm. (Foto: Wally McNamee/CORBIS/Corbis via Getty Images)

Bushs geschickte Außenpolitik war ein Kennzeichen seiner Präsidentschaft. Nach dem Einmarsch der Truppen des irakischen Diktators Saddam Hussein in Kuwait 1990 schmiedete Bush eine wirkungsvolle Koalition von Nationen, um das Völkerrecht zu erhalten. Als der Golfkrieg Anfang 1991 mit der Überwältigung des irakischen Aggressors endete, erfreute sich Bush hoher öffentlicher Zustimmungswerte. Später in demselben Jahr berief Bush die Friedenskonferenz von Madrid ein, um den israelisch-palästinensischen Friedensprozess wiederzubeleben. Während seiner Amtszeit arbeitete er eng mit internationalen Amtskollegen zusammen, um Frieden und Wohlstand zu fördern.

Im Inland kooperierte Bush mit dem Kongress, um das Gesetz über Menschen mit Behinderungen (American Disabilities Act – ADA) und das Gesetz über saubere Luft (Clean Air Act) zu verabschieden – bahnbrechende Bürgerrechts- und Umweltgesetze.

Er förderte die Freiwilligenarbeit überall in den Vereinigten Staaten mit den Worten „ein Leben kann nur dann als erfolgreich bezeichnet werden, wenn es auch den Dienst am anderen einschließt.“

Ein Leben im Dienste des Landes

Das Grundprinzip des Dienstes an der Gesellschaft wurde Bush in die Wiege gelegt. Er schrieb es seinen Eltern zu – insbesondere seiner Mutter –, die den Dienst am Land und der Gemeinschaft hervorhoben.

Portrait von Marineoffizier George H. W. Bush (Foto: MCT/Getty Images)
(Foto: MCT/Getty Images)

Bush wurde am 12. Juni 1924 in Milton (Massachusetts) geboren. Er schob seine universitäre Ausbildung auf, um sich während des Zweiten Weltkriegs für den Militärdienst zu verpflichten. Als Marinepilot in Kriegszeiten flog Bush in 58 Kampfeinsätzen Torpedobomber, wofür ihm das Distinguished Flying Cross und andere Auszeichnungen verliehen wurden.

Nach dem Krieg heiratete er Barbara Pierce und schrieb sich an der Yale University ein. 1948 machte er dort seinen Abschluss und zog mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn nach Texas, um in das Ölgeschäft einzusteigen.

Bush setzte seinen Dienst an der Öffentlichkeit in seinem neuen Heimatstaat Texas fort, zum Teil auch aufgrund einer Familientragödie. Bush und seine Frau riefen eine Stiftung ins Leben, um die Krebsforschung zu fördern, nachdem seine dreijährige Tochter Robin an Leukämie gestorben war.

In den Sechzigerjahren hatte Bush sich bereits im Ölgeschäft bewährt, er richtete seine Aufmerksamkeit nun aber auf die Politik. Von 1966 bis 1970 war er im US-Kongress tätig und wurde zum US-Botschafter bei den Vereinten Nationen ernannt, wo er zwei Jahre lang arbeitete. Von 1974 bis 1975 war er unter Präsident Gerald Ford US-Gesandter in China. Ronald Reagan machte ihn zu seinem Vizepräsidentschaftskandidaten und so war Bush von 1981 bis 1989 der US-Vizepräsident.

Nach dem Ende seiner Präsidentschaft im Jahre 1993 kehrten Bush und seine Frau nach Houston zurück. Auf Bitten seines Sohnes, Präsident George W. Bush, arbeitete er später mit seinem Nachfolger, dem ehemaligen Präsidenten Bill Clinton, zusammen, um nach dem schrecklichen Tsunami in Südostasien im Dezember 2004 und Hurrikan Katrina in den US-Golfküstenstaaten im August 2005 Gelder für den Wiederaufbau zu sammeln.

Ronald Reagan und George H. W. Bush stehen am Rednerpult und winken. (Foto: Corbis via Getty Images)
Präsident Ronald Reagan und George H. W. Bush, der Präsidentschaftskandidat für die Wiederwahl und sein Vizepräsidentschaftskandidat, auf dem Parteitag der Republikaner 1984 (Foto: Corbis via Getty Images).

Im Rahmen der Kampagne One America Appeal sammelte er zusammen mit den vier anderen noch lebenden ehemaligen US-Präsidenten – Jimmy Carter, Bill Clinton, George W. Bush und Barack Obama – im Oktober 2017 Gelder für die Opfer von Wirbelstürmen, die Texas, Louisiana, Puerto Rico und die amerikanischen Jungferninseln getroffen hatten. Die fünf traten bei einem Konzert in Texas gemeinsam auf die Bühne und forderten die Amerikanerinnen und Amerikaner auf, politische Differenzen beiseite zu legen, um zu helfen.

Bush Senior – auch bekannt als „41“, um ihn von seinem Sohn George zu unterscheiden (dem 43. Präsidenten oder „43“) – überlebte seine Frau Barbara, die am 17. April starb. Er wird neben seiner Frau und seiner Tochter Robin auf dem Gelände der George H. W. Bush Presidential Library and Museum in College Station (Texas) bestattet werden.

Originaltext: In tribute: George H.W. Bush, 41st president