Zum Handeln motiviert: Eine neue Generation feiert die Geschichte der Afroamerikaner

Foto: D.A. Peterson

WASHINGTON – (AD) – Anlässlich des Black History Month veröffentlichen wir nachfolgend einen Artikel über eine neue Generation junger Menschen, die auf die Geschichte der Afroamerikaner in den Vereinigten Staaten aufmerksam macht. Der Artikel erschien am 23. Januar 2015 auf ShareAmerica, einer Website des US-Außenministeriums.

Amerikanerinnen und Amerikaner, die zwischen 1977 und 1994 zur Welt kamen, stellen die größte Gruppe junger Erwachsener dar und sind die ethnisch vielfältigste Generation in der Geschichte der Vereinigten Staaten. In ihrem Streben, ihre Welt zu verändern, lassen sich diese jungen Aktivisten von verschiedenen Vorbildern der Bürgerrechtsbewegung inspirieren.

 

Donnel Baird (33), New York, Gründer von BlocPower

Sein Vorbild: Diane Nash

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(Fotos: privat/© AP Images)

BlocPower und seine Partner fördern und finanzieren energieeffiziente Projekte in Kleinunternehmen, Kirchen und Schulen in Städten. Unser gemeinnütziges Startup beschäftigt ortsansässige Arbeitnehmer zur Modernisierung von Gebäuden.

Diane Nash studierte zusammen mit anderen College-Studenten des Student Nonviolent Coordinating Committee bei Reverend James Lawson 18 Monate lang den gewaltfreien Widerstand Gandhis. Sie lernte, wie man ein gewalttätiges System wie das der der Rassentrennung im Süden der Vereinigten Staaten gewaltfrei demontieren kann. Sie trotzte örtlichen Richtern und ging freiwillig in Alabama ins Gefängnis, als sie bereits im achten Monat schwanger war. Sie riskierte ihr Leben, um ihren Grundsätzen treu zu bleiben und so eine Abschaffung der Jim-Crow-Gesetze herbeizuführen, durch die die Rassentrennung aufrechterhalten wurde.

Unsere Generation kann aus Diane Nashs Furchtlosigkeit und strategischer Genialität beim Einsatz für gewaltige Ziele viel lernen. Ich hoffe, dass ich etwas aus ihrem Leben übernehmen kann, wenn ich Menschen dabei helfe, Probleme zu lösen, die durch den Klimawandel und hohe Arbeitslosigkeit ausgelöst wurden.

 

Dana Bolger (23), Missouri, Mitbegründerin von Know Your IX

Ihr Vorbild: Rosa Parks

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(Fotos privat/© AP Images)

Ich bin eine der Organisatorinnen von Know Your IX, einer landesweiten Bildungskampagne für die Aufklärung von Schülerinnen und Schülern über ihr Recht auf einen Schulbesuch ohne sexuelle Gewalt und Belästigung im Rahmen des Gesetzes Title IX.

Den meisten Menschen ist Rosa Parks ein Begriff, weil sie sich weigerte, ihren Sitzplatz im Bus einem Weißen zu überlassen, aber zum Zeitpunkt dieses Vorfalls hatte sie sich bereits jahrelang gegen geschlechtsspezifische Gewalt eingesetzt und Aussagen von schwarzen Frauen dokumentiert, die von weißen Männern schikaniert worden waren.

Parks war wesentlich radikaler als die Frau, über die ich in der Oberschule etwas gelesen hatte. Sie traute sich, landläufige Praktiken zu kritisieren und forderte das scheinbar Unmögliche. Sie wusste, dass Macht ohne Forderungen keine Zugeständnisse gewährt – und alle, die heute etwas bewegen wollen, müssen sich daran erinnern.

 

Zim Ugochukwu (26), Kalifornien, Gründerin von Travel Noire

Ihr Vorbild: Charles Neblett

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(Fotos: privat/© AP Images)

Als Studentin an der University of North Carolina-Greensboro gründete ich 2009 Ignite Greensboro, um die Eröffnung des Greensboro International Civil Rights Center & Museum zu unterstützen.

Vor kurzem habe ich Travel Noire ins Leben gerufen, ein anderes Projekt, um mehr junge Schwarze dazu zu ermuntern, in andere Länder zu reisen.

Ich bewundere Charles Neblett, einen führenden Vertreter des Student Nonviolent Coordinating Committee, der sich in Greensboro, wo ich zur Schule ging, zum Essen an Tresen setzte, die Weiße vorbehalten waren. Er wartete nicht darauf, dass ihm jemand erlaubte, die Welt zu verändern. Er wehrte sich gegen die Ungerechtigkeit, mutig und unnachgiebig, und damit inspiriert er mich immer wieder dazu, gegen Unrecht vorzugehen.

 

Raheem Washington (19), Ohio

Sein Vorbild: Bob Moses

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(Fotos: privat/© AP Images)

 

In der Oberstufe erfuhr ich vom Algebra-Projekt, das Mathe auf eine neue Art und Weise vermittelt. Einmal fuhren wir in die Innenstadt, machten Fotos von Wahrzeichen und nutzten sie, um mathematische Konzepte zu üben. Dank den Lehrern wurde mir klar, dass ich zum College gehen konnte. Ich traf also eine schwierige Entscheidung: Ich hörte auf, Football zu spielen, um mich ganz auf die Schule zu konzentrieren. Im Rahmen des Young People’s Project bin ich seit fünf Jahren Mentor von Grundschülern.

Ich habe Achtung vor Bob Moses, der das Algebra-Projekt ins Leben rief. In den Sechzigerjahren des 20. Jahrhunderts war er eine führende Persönlichkeit des Student Nonviolent Coordinating Committee, und er half Schwarzen in den Südstaaten dabei, sich als Wähler registrieren zu lassen. Wie er möchte auch ich meiner Gemeinde und meinem Land helfen. Durch Moses wurde das Recht auf Bildung ein Thema für die Bürgerrechtsbewegung. Alle Amerikanerinnen und Amerikaner haben ein Recht auf Bildung, und dafür verdient er viel Anerkennung.

 

Erika Duthely (28), New York, Pro-Bono-Anwältin

Ihr Vorbild: Shirley Chisholm

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(Fotos: privat/© AP Images)

 

Es ist unerlässlich sicherzustellen, dass allen den gleichen Zugang zu unserem Justizwesen haben, um die Schwächsten der Gesellschaft zu schützen. Ich helfe Amerikanerinnen und Amerikanern, ihre Klagen vor Gericht zu bringen.

Mich haben viele Persönlichkeiten und Aktivisten der Bürgerrechtsbewegung inspiriert, aber wenn ich mich für jemanden entscheiden müsste, wäre das die siebenmal in Folge gewählte Kongressabgeordnete Shirley Chisholm, die inzwischen verstorben ist.. Sie war intelligent, leidenschaftlich und legte den Grundstein dafür, dass schwarze Frauen in der Politik eine maßgebliche Rolle spielen können, und zwar in meinem Heimatstaat New York. Chisholms Leben inspiriert mich, wenn ich versuche, meine persönlichen Ziele zu erreichen und wenn ich mich für die Bürgerrechte engagiere.

 

Maya Thompson (23), Maryland, Praktikantin, Kongressbibliothek

Ihr Vorbild: Simeon Booker

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(Fotos: privat/© AP Images)

 

In der Oberschule war ich Präsidentin des NAACP-Ortsverbandes (National Association for the Advancement of Colored People) und konzentrierte mich im College auf Afrika-Studien. Heute arbeite ich an der Sammlung Voices of Civil Rights der Kongressbibliothek und verwalte Briefe über die Rassentrennung in der Zeit des Bürgerkriegs. Die Geschichten von Augenzeugen der Ereignisse helfen zukünftigen Generationen.

Der Journalist Simeon Booker hat mich inspiriert. Die Geschichten in seinem Magazin Jet wären in Vergessenheit geraten, wenn er nicht den Mut gehabt hätte, uns auf sie aufmerksam zu machen. Er wusste, dass viel auf dem Spiel stand, aber er nahm das Risiko auf sich. Er berichtete über den Mord an dem schwarzen Teenager Emmett Till. Die Geschichte und die Fotos von Tills Leichnam öffneten der Welt die Augen für die Gräueltaten, von denen viele nichts wussten.

Ich hatte vor kurzem die Ehre, Herrn Booker kennenzulernen. Er sprach über die Gefahren, mit denen er vor einigen Jahrzehnten konfrontiert war. Ich war erstaunt, als er sagte, dass er nicht immer wusste, ob er in seiner Arbeitszeit etwas zu essen bekäme, denn als Schwarzer konnte er vielerorts nicht einfach in Geschäfte oder Restaurants hineingehen. Wir müssen uns bewusst machen, was wir für selbstverständlich halten, und wir müssen weiter um Gerechtigkeit für die Menschen, die ausgegrenzt werden, kämpfen.

Originaltext: Inspired to action: A new generation celebrates black history